DAS OBJEKT DER VERMITTLUNG - Europa im 16.Jahrhundert

"Es geht darum, Sachverhalte aus ihrer ´Selbstverständlichkeit´ und ´Natürlichkeit´ zu entreissen, sie in ihrer ´Singularität´ und ´historischen Gemachtheit´ zu zeigen, um so unserem Urteilen und Denken neue Erfahrungen und Zugänge zu ermöglichen." Michel Foucault

An der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit ist Europa durch eine Vielzahl sozialer, politischer und kultureller Umbrüche geprägt. Mit der Ausbreitung der Reformation, des Humanismus und der Renaissance verändern sich materielle Kulturen, kulturelle Praktiken und Mentalitäten. Durch die "Entdeckung der Welt" und Erfindungen auf technischem und naturwissenschaftlichem Gebiet wenden sich sowohl Weltbild als auch Selbstverständnis des Menschen. Der Dauerkonflikt zwischen dem Habsburgerreich und Frankreich, das Eingreifen Englands in die Kontinentalpolitik, die gegensätzlichen Interessen von Papst und Kaiser sowie kriegerische Auseinandersetzungen mit den Osmanen im Osten und im Mittelmeerraum prägen das politische Bild Europas. In jener Zeit erfolgen kulturell bedeutsame Weichenstellungen, die bis heute wirksam sind. Das 16. Jahrhundert wirft Fragen auf, welche die weitere Geschichte der Neuzeit bestimmen sollten: Die Grenzen der Staatsgewalt, die Legitimation von Macht, das Recht auf Widerstand, die Freiheit des Gewissens, die Gleichheit der Menschen, die Bedeutung der Wissenschaft, die Wirkungen neuer Techniken und Medien.