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IV. REFLEXIONEN "Ein sich änderndes Bewusstsein ruft nach einer veränderten Technik, und eine veränderte Technik verändert das Bewusstsein." Vilém Flusser 1. Essays Der Gedanke, dass Medien keine neutralen Kanäle sind, dass sie Information nicht unangetastet transportieren, sondern dass diese Kanäle "magisch" sind und nicht nur Informationen, sondern auch Kulturen und Gesellschaften auf unterschiedlichstem Niveau transformieren und modellieren, ihren Stempel aufdrücken, reicht bis Platon zurück und wurde durch Marshall McLuhan zu einem gängigen Topos, der seither mehrfach - auch kulturhistorisch - untersucht und fundiert wurde. Die Wirkkraft der Medien macht selbstredend vor dem Gegenstand "Geschichte" nicht halt. "Geschichte" kann außerhalb der Erzählung, d.h. ohne Medium nicht existieren; die Machart des Mediums "programmiert" die Form der Geschichte. Ändert sich das Medium, also die Art des Speicherns, Auswählens, Erhaltens, der Bezüge, Verweise und Vergegenwärtigungen, so ändert sich die Aufstellung, die Architektur des Gegenstandsbereiches, wie Manfred Faßler treffend feststellt. Das Medium ist somit konstitutives Element der Produktion, Vermittlung und Rezeption von "Geschichte". pastperfect.at wurde nicht zuletzt aus Interesse an den Interdependenzen zwischen Medium und "Geschichte" realisiert. Sie bildeten den wissenschaftstheoretischen Fragehorizont der Umsetzung des Projektes; pastperfect.at möchte als selbstgeschaffene Quelle Anlass für weiterführende Gedanken zu dieser weiten Thematik bieten. Zentrale Fragen und Problemstellungen, die dem Projekt zu Grunde liegen bzw. im Zuge der Realisierung an die Oberfläche traten, werden in der Ebene der Reflexionen thematisiert. So beleuchten "Essays" von Medien- und KomunikationstheoretikerInnen, Kognitions- und LiteraturwissenschaftlerInnen, MedienkünstlerInnen u.v.m. aus unterschiedlichsten Perspektiven das Spannungsfeld zwischen Kulturwissenschaften und den (neuen) Medien. 2. Erfahrungsberichte Eine enge, gleichberechtigte Kooperation zwischen den Projektarbeitsfeldern Wissenschaft, Technik und Kunst ist Basis für Projekte mit dem Anspruch, medienimmanente Potentiale auszuloten und umzusetzen. Die Realisierung von Produkten für "neue" Medien ist also charakterisiert durch heterogene Arbeits- und Aufgabenfelder; es gilt demnach, Organisationsformen zu entwickeln, die fähig sind, das Formulieren, Visualisieren und Programmieren zu integrieren. Diese Form der Zusammenarbeit , etwa die kollektiven, vernetzten Schreibprozesse oder die Um- und Übersetzung der inhaltlichen Anforderungen in Programmierscripts, werden in den Erfahrungsberichten thematisiert. Jene geben gleichzeitig Einblick in die Herausforderungen und Lösungsansätze der Werkstatt pastperfect.at. 3. Evaluation & Feedback Auf Grundlage von offenen, qualitativen Tiefeninterviews wurde, auf diverse Zielgruppen (SchülerInnen, Lehrende an Schulen und Universitäten sowie Studierende) abgestimmt - ein interaktiver Fragebogen entwickelt, der die Usability von pastperfect.at erheben soll. Die aus den ausgewerteten Fragebögen erwachsenen Erkenntnisse sollen analysiert und kontextualisiert werden. Signifikante Unzufriedenheiten werden berücksichtigt und einer Optimierung der Website dienen, aber auch signifikant positive Bewertungen werden dann empirisch nachweisbar sein. In der Ebene der Reflexionen kommen damit nicht nur ("externe") WissenschaftlerInnen und ProjektmitarbeiterInnen zu Wort; es wird auch dem weit gefächerten Zielpublikum eine repräsentative Stimme verliehen, die neben der Feedback-Möglichkeit die UserInnen verstärkt in das Projekt und deren Umsetzung und Wachsen miteinbezieht. |